Regelmäßig müssen Firmen Lebensmittel zurückrufen.
Mal wegen
Keimbelastung, mal wegen falscher Kennzeichnungen. Das ist nicht neu.
Doch die Dimension, die im Moment zu beobachten ist, gab es bisher
selten. Hersteller rufen immer mehr Artikel zurück – darunter auch
Bio-Produkte.
Im Labor des Chemischen- und Veterinär-Untersuchungsamtes CVUA in Stuttgart sitzen DIE Experten für den Nachweis des Giftes in Europa. Seit den ersten Funden von Ethylenoxid in indischem Sesam vor rund einem Jahr haben sie ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Stoff schneller nachweisen lässt.
Seitdem wurden rund 800 Proben untersucht – und viel Gift entdeckt: „Sehr schnell fündig geworden sind wir bei Pflanzenpulvern und Nahrungsergänzungsmittel", erklärt Dr. Florian Hägele vom CVUA. "Nicht nur die Befundhäufigkeit hat uns überrascht, sondern auch die Gehalte, die wir in diesen Nahrungsergänzungsmitteln gefunden haben. Normalerweise bewegen wir uns bei den Rückständen im Mikrogrammbereich. Diesmal war es im Milligrammbereich, also sehr viel mehr als üblich.“
So gerät Ethylenoxid in unser Essen
Von den Rückrufen haben bis jetzt die wenigsten Verbraucher etwas mitbekommen. Dabei ist Ethylenoxid bei der Verarbeitung von Lebensmitteln in Deutschland seit 40 Jahren verboten. Wie ist es trotzdem in die Produkte geraten?
Während das Pestizid in der EU nicht erlaubt ist, wird es in etlichen
Drittstaaten weiterhin zur Bekämpfung von Pilzen und Bakterien
eingesetzt.
Inzwischen steht fest:
Nicht nur in Sesam, sondern auch viele
weitere Rohstoffe und Zutaten sind belastet.
Unter anderem
Johannisbrotkernmehl (E410) und Guarkernmehl (E412), die in Salatsaucen,
Suppen, Fertigprodukten, Marmeladen, Eiscreme und vielem mehr als
Verdickungsmittel und Stabilisator eingesetzt werden.
„Diese Stoffe finden in der Lebensmittelindustrie ganz vielfältige Anwendungen.
Es ist noch nicht genau abzusehen, wie groß der Kreis der betroffenen Produkte noch wird. Es könnte sein, dass das erst die Spitze des Eisberges ist.“
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