1/10/2017

BRD gratis, Wie werde ich Deutsche? Wie werde ich Deutscher?"

Die deutsche Bundesregierung tut so ziemlich alles, um Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft zu geben. Man drängt es ihnen direkt auf. 
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In der Broschüre "Wege zur Einbürgerung"
schreibt Maria Böhmer, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin Merkel, und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration:

 
 "Sie leben lange in Deutschland, oder Sie sind als Kind ausländischer Eltern schon hier geboren. Sie fühlen sich in Deutschland zu Hause, Sie gehören dazu, Sie sind ein Teil unserer Gesellschaft – aber Sie haben noch keinen deutschen Pass? Diese.? Wie werde ich Deutscher?"


Auszug aus den Bestimmungen:
 "Generell haben Ausländer unter bestimmten weiteren Voraussetzungen bereits nach 8 Jahren rechtmäßigen Aufenthalts in der Bundesrepublik Deutschland einen Einbürgerungsanspruch." 
Man bekommt als Ausländer den deutschen Pass nach nur 8 Jahren Aufenthalt. 
Ich als Schweizer habe 12 Jahre in Deutschland gearbeitet, fühle mich deshalb aber nicht als Deutscher. .
Ich erzähle euch jetzt wie ein Mann, der in Deutschland geboren wurde, einen deutschen Namen hat und perfekt Deutsch spricht, der deutsche Pass verweigert wird. 

Ich habe mich für diesen Deutschen eingesetzt, denn ich konnte nicht glauben, der deutsche Staat mach so etwas, legt den roten Teppich für Ausländer aus, aber verweigert einem Deutschen den Pass. Es muss sich um ein Missverständnis handeln, dachte ich, aber so ist es nicht.
Der Name der Person, die mittlerweile ein sehr guter Freund von mir geworden ist, lautet Helmut P.
Er wurde am 27. November 1945 in Quedlinburg geboren.
Beide Eltern, Lilly und Ludwig, waren Deutsche. Die Geburtsurkunde vom Standesbeamten in Quedlinburg unterschrieben ist vorhanden.
Die schöne historische Stadt liegt an der Bode nördlich des Harzes im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt), mitten in Deutschland.
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Wegen der ganzen Nachkriegswirren, der Zerstörung, der Armut und dem Mangel an Arbeit und weil seine Familie Verwandte in der Sowjetunion hatte, wanderte Helmut als Kleinkind mit der Familie dorthin aus.
Kaum angekommen wurden sie aber wegen der stalinistischen Politik als Deutsche und Kriegsfeind nach Sibirien in ein Lager verfrachtet.
Dort musste die ganze Familie, einschließlich Helmut als Kind, schwerste Arbeit verrichten, nämlich den Wald roden und daraus Bauholz produzieren. Es waren sehr schwere Zeiten in diesem Gulag, wo es nie genug zu Essen gab und die Gefangenen wie die Fliegen gestorben sind.
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So vergingen die Jahre bis Stalin am 5. März 1953 starb.
Nach dem Tod Stalins wurde Nikita Chruschtschow Parteichef der KPdSU. Er führte die Entstalinisierung ein und initiierte zahllose Reformen, vor allem in Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, Bildung und Kultur.
Unter Chruschtschow wurden die Arbeitslager aufgelöst und Helmuts Familie durfte sich irgendwo in der Sowjetunion niederlassen, nur nicht zurück in den Westen gehen.
Helmut machte seine Berufsausbildung und wurde Dachdecker, wurde später sogar in einer Wochenschau als der beste Dachdecker der Sowjetunion dargestellt und ausgezeichnet.
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Innerhalb der Familie wurde nur Deutsch gesprochen und alle deutschen Traditionen und Feste gefeiert, wie Weihnachten und Ostern. Helmut wuchs in der Sowjetunion als Deutscher auf.
Er hat sich nie geschämt es auch nach aussen zu zeigen und wurde deshalb von den Nachbarn und Arbeitskollegen sogar respektiert. Die Jahre vergingen, Helmut heiratete eine Russin, hat vier Kinder mit ihr, alles Söhne, denen er auch die deutsche Sprache, die Kultur und Werte vermittelte.
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Als er ins Rentenalter kam, wollte er seine deutsche Heimat und die verbliebenen Verwandten dort besuchen, bevor einer nach dem anderen weg-stirbt.
Er versuchte deshalb den deutschen Pass zu bekommen, was ihm aber verweigert wurde. Nach mehreren Versuchen hat er es aufgegeben. So bin ich auf ihn gestoßen und er erzählte mir seine Geschichte.
Wie bereits gesagt, ich konnte es kaum glauben, denn einen deutscheren Deutschen wie Helmut gibt es kaum. So habe ich mir seinen Fall angenommen.
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Ich bin extra zur deutschen Konsularabteilung nach Moskau am Leninskij Prospekt gegangen und habe den Fall vorgetragen. 
Die deutsche Vertretung in Russland für Passangelegenheiten ist wohl die schäbigste und heruntergekommenste die ich je gesehen habe.
Es ist die ehemalige Botschaft der DDR, weit außerhalb des Stadtzentrum von Moskau.
Neben einem grauen Bunkerbau aus Beton, dem Goethe-Institut, wo die Fassade herunterfällt und die Menschen die vorbei laufen mit Fangnetzen beschützt werden müssen.

Das Passbüro befindet sich in einer Baracke nebenan. Dort habe ich die Dokumente, Geburtsurkunde etc. vorgelegt und im Namen von Helmut den Pass beantragt.
Mir wurde lapidar gesagt, das geht nicht, denn man wisse gar nicht, ob Helmut noch Deutscher wäre. Was meinen sie mit "wäre",  fragte ich. Er ist in Deutschland von deutschen Eltern auf die Welt gekommen und nach deutschem Staatsbürgerschaftsrecht ist er deshalb Deutscher.

Ich habe darauf hingewiesen, er spricht Deutsch, hat sich immer als Deutscher gefühlt und will jetzt seine Verwandten in Deutschland bevor sie ableben besuchen.
Ich bekam die Antwort, es muss erst die deutsche Staatsangehörigkeit festgestellt werden. Dazu müsste ich ein sechsseitiges Antragsformular ausfüllen, was mir ausgehändigt wurde. Das ginge dann ans Bundesverwaltungsamt nach Köln und die entscheiden ob Helmut Deutscher ist oder nicht, was aber lange dauern kann.
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Alle meine vorgebrachten Argumente und vorgelegten Dokumente brachten nichts, man hat mich schroff abgewiesen. Ich ging mit Kopfschütteln aus dem Konsulat raus und dachte mir, jedem Migranten schmeißen sie den Pass nach, aber einem echten Deutschen wird er verweigert. Wie kann das sein?
Mit diesem negativen Bescheid ging ich zu Helmut zurück und wir saßen beide da, tranken seinen selbstgemachten Schnaps als Trost.
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Er meinte, er wäre zu alt und zu müde mit 72, das ganze Prozedere zur Feststellung seiner Staatsangehörigkeit durchzustehen. Entweder akzeptieren die Behörden ihn als Deutscher mit seiner Geburtsurkunde, oder sie können ihn mal. Er wäre nur sehr traurig, nicht seine Heimat und seine Verwandten wiederzusehen.
Ich sagte, "Helmut, Deutschland ist schon lange nicht mehr das, was du dir von Früher vorstellst. Es ist nicht mehr wiederzuerkennen. Und wie schäbig sie dich behandeln bestätigt das!"
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So, jetzt kennt ihr das Schicksal meines Freundes Helmut. 
Interessant ist, auf meinen vielen Reisen zu allen Kontinenten der Welt, habe ich zahlreiche Deutsche getroffen. Was ich immer feststellen musste, ihr Patriotismus, ihr Stolz auf ihr Heimatland und ihr Traditionsbewusstsein war viel viel größer und ausgeprägter als ich es je in Deutschland selber erlebt habe. Die Auslandsdeutschen sind deutscher als die Deutschen!

Sie haben das Bild von Deutschland noch in sich, so wie es mal war, als sie die Heimat verlassen haben.
In ihnen ist das Abbild von Deutschland stehen geblieben, fest in der Erinnerung eingeprägt, was mit der heutigen Situation überhaupt nichts mehr zu tun hat. 
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Sie würden einen Schock bekommen, wenn sie in einer deutschen Stadt die Fussgängerzone heute entlang laufen. 
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Sie würden sich fragen: "Wo bin ich hier? Das soll Deutschland sein?"
 

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