10/14/2015

Ein respektvoller Mann mit Charakter: "Magdeburgs Oberbürgermeister" tritt aus SPD aus

Lutz Trümper, der Oberbürgermeister von Magdeburg, will sich von der SPD in Flüchtlingsfragen nicht den Mund verbieten lassen. Deshalb tritt er nun aus der Partei aus.  

 
© dpa Noch im April hatte Lutz Trümper mit dem SPD-Vorsitzenden Gabriel ein Asylbewerberheim in Magdeburg besucht.
 
 
Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper ist aus der SPD ausgetreten. 

Er habe sein Parteibuch am Mittwoch persönlich abgegeben, sagte Trümper der Magdeburger „Volksstimme“
Der SPD-Landesgeschäftsführer Oliver Draber bestätigte den Austritt, wollte zu den Hintergründen aber keine Angaben machen.

Trümper verwies in der „Volksstimme“ darauf, dass die SPD-Landesvorsitzende Katrin Budde ihm am Dienstagabend in einer Runde mit SPD-Kommunalpolitikern gesagt habe, er schade mit seinen Äußerungen zur Asyl- und Flüchtlingspolitik der SPD und ihr als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl. 

„Um Schaden von der SPD abzuhalten, trete ich aus“, sagte der Oberbürgermeister. Er sei nicht bereit, sich den Mund verbieten zu lassen.
„Ich kann nicht bis zur Landtagswahl im März 2016 schweigen und falsche Sachverhalte akzeptieren“, sagte Trümper. 

Er hatte Anfang der Woche Aussagen von Budde zur Flüchtlingspolitik öffentlich als realitätsfern kritisiert.

Trümper hatte in der aktuellen Flüchtlingskrise wiederholt darauf hingewiesen, dass Magdeburg und Sachsen-Anhalt mit der Unterbringung der Flüchtlinge überlastet seien, und Obergrenzen gefordert. Dem hatte Budde widersprochen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Sachsen-Anhalt André Schröder sagte der Zeitung „Volksstimme“: „Wir nehmen ohne Häme und mit Respekt seine Entscheidung zur Kenntnis. 

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt gilt seit Jahren als kommunalpolitisches Schwergewicht. Die SPD verliert mit ihm somit einen Teil ihrer kommunalpolitischen Kompetenz. Die Zusammenarbeit in der Koalition sollte nicht unter dem innerparteilichen Klärungsbedarf der SPD leiden. 
Alles andere ist Sache der SPD, die ihren Streit intern klären muss."


Quelle: AFP

 


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